Traditionelle Frauenkleidung
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Die traditionelle Kleidung der Frauen dreht sich um den Kimono, ein T-förmiges Gewand aus geraden Seiden- oder Baumwollbahnen, das mit einem breiten Obi gebunden wird. Welcher Kimono getragen wird, hängt von Alter, Familienstand und Anlass ab:
- Furisode: der festlichste Kimono für unverheiratete junge Frauen, mit langen Schwingärmeln (bis zu 110 cm). Er wird zum Tag der Volljährigkeit (Seijin no Hi), zu Abschlussfeiern und Hochzeiten getragen.
- Kuro-Tomesode: ein schwarzer Seidenkimono mit fünf Familienwappen (Kamon) und Mustern nur unterhalb der Taille. Er ist der förmlichste Kimono für verheiratete Frauen und wird von Müttern bei Hochzeiten getragen.
- Houmongi: ein Besuchskimono mit Mustern, die über die Nähte hinweg verlaufen, für Teezeremonien und Festessen.
- Yukata: ein ungefütterter, leichter Baumwollkimono, der im Sommer zu Feuerwerken und Straßenfesten getragen wird.
- Brautgewänder: Bräute tragen den weißen Shiromuku, oft mit weißer Haube (Wataboshi), und wechseln später häufig in den Irouchikake, einen farbigen, mit Kranichen und Gold bestickten Übermantel.
- Mehr dazu auf unserer Kimono-Seite.
Traditionelle Männerkleidung
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Männer-Kimonos sind in der Regel dunkler und schlichter als die der Frauen:
- Männer-Kimono: meist in Dunkelblau, Grau, Braun oder Schwarz gehalten, mit kürzeren Ärmeln und einem schmaleren Gürtel (Kaku-Obi), der tief auf den Hüften gebunden wird.
- Hakama: eine weite, gefaltete Hose, die über dem Kimono getragen wird. Die sieben Falten sollen für Tugenden wie Güte, Gerechtigkeit und Treue stehen.
- Haori: eine hüftlange Jacke, die offen über Kimono und Hakama getragen und vor der Brust mit geflochtenen Seidenbändern (Haori Himo) zusammengehalten wird.
- Montsuki Hakama: die festlichste Männerkleidung: schwarzer Kimono und Haori mit fünf weißen Familienwappen (Kamon), dazu eine gestreifte Hakama. Getragen wird sie von Bräutigamen, bei Abschlussfeiern und in der Teezeremonie.
Hochzeitskleidung
Bei einer traditionellen Shintō-Hochzeit trägt die Braut meist einen Shiromuku, ein ganz in Weiß gehaltenes Kimono-Ensemble. Weiß steht für Reinheit und einen Neuanfang. Das Haar bedeckt sie mit einer weißen Haube (Wataboshi) oder einem Kopfschmuck namens Tsunokakushi. Viele Bräute wechseln später für die Feier in einen Iro-Uchikake, einen farbenfrohen, reich bestickten Übermantel.
Der Bräutigam trägt traditionell einen schwarzen Montsuki-Kimono mit seinem Familienwappen, dazu eine Haori-Jacke und einen gestreiften Hakama. Viele Paare in Japan feiern heute westlich oder gemischt, doch für die Zeremonie im Schrein ist der Shiromuku weiterhin beliebt.
Feste und Feiertage
Mehrere Anlässe im Jahr sind eng mit traditioneller Kleidung verbunden:
- Am Tag der Volljährigkeit (Seijin no Hi), dem zweiten Montag im Januar, werden junge Erwachsene gefeiert. Viele junge Frauen tragen dann einen Furisode, einen Kimono mit langen, schwingenden Ärmeln.
- Shichi-Go-San („Sieben-Fünf-Drei“) um den 15. November feiert Kinder im Alter von drei, fünf und sieben Jahren. Die Kinder tragen für den Schreinbesuch oft Kimono.
- Sommerfeste und Feuerwerke sind die Zeit des Yukata, eines leichten, ungefütterten Baumwollkimonos, der sich einfach anziehen lässt und bei Hitze angenehm ist.
- Auch der Schreinbesuch zu Neujahr ist ein beliebter Anlass für den Kimono.
Kimono-Etikette
Die wichtigste Regel: Die linke Seite des Kimonos wird über die rechte geschlagen, bei Frauen wie bei Männern. Rechts über links ist Verstorbenen vorbehalten.
Außerdem gibt es verschiedene Stufen der Förmlichkeit. Sie ergeben sich aus der Art des Kimonos, der Anordnung der Muster und der Zahl der Familienwappen (Kamon), von einem bis fünf. Ein schwarzer Kimono mit fünf Wappen und Mustern nur unterhalb der Taille (Kuro-Tomesode) ist der förmlichste Kimono für verheiratete Frauen, der Furisode der förmlichste für unverheiratete. Ein Kimono mit kleinem, sich wiederholendem Muster (Komon) passt zu zwanglosen Anlässen.
Traditionelle Kleidung heute
Kimonos sind teuer, und das Anziehen erfordert Übung. Viele Menschen leihen sich deshalb für besondere Tage einen Kimono oder lassen sich von einer professionellen Ankleiderin (Kitsuke) helfen. In historischen Vierteln, etwa in Kyōto, gibt es zahlreiche Kimono-Verleihe. Der Yukata wird dagegen jeden Sommer noch häufig getragen, und viele traditionelle Gasthäuser (Ryokan) stellen ihn ihren Gästen zur Verfügung.





