Traditionelle Frauenkleidung
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Der Frauen-Hanbok hat eine hohe Taille und eine glockenförmige Silhouette:
- Chima und Jeogori: Der Jeogori ist eine kurze Jacke mit weißem Kragensaum (Dongjeong), die vor der Brust mit Bändern (Goreum) geschlossen wird. Die Chima ist ein weiter Wickelrock, der hoch über der Taille ansetzt und bis zum Boden fällt. Mehr dazu auf unserer Hanbok-Seite.
- Braut- und Hofgewänder: Zu Hochzeiten trugen Bräute den Hwarot (bestickt mit Pfingstrosen, Phönixen und Glückssymbolen) oder den Wonsam mit gestreiften Ärmeln, dazu eine kleine Krone (Jokduri).
- Accessoires: Zu den Accessoires gehören der Norigae, ein geknüpfter Seidenanhänger mit Quasten, der an den Bändern oder am Rock hängt, und die Binyeo, eine Haarnadel aus Silber, Jade oder Holz.
Traditionelle Männerkleidung
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- Baji und Jeogori: Der Männer-Hanbok besteht aus einer hüftlangen Jeogori-Jacke und der Baji, einer weiten Hose, die zum Sitzen auf dem beheizten Fußboden (Ondol) geschnitten ist und an den Knöcheln mit Bändern (Daenim) gebunden wird.
- Durumagi und Dopo: Beim Ausgehen oder zu Zeremonien tragen Männer den Durumagi, einen langen Mantel, oder den Dopo, das weitärmelige Gewand der Gelehrten der Joseon-Zeit.
- Gat: Erwachsene Männer trugen den breitkrempigen schwarzen Hut (Gat) aus Rosshaar und Bambus über einer Haarknotenkappe.
- Samo Gwandae: das Hochzeitsgewand des Bräutigams nach dem Vorbild der Beamtentracht: ein Gewand mit Rangabzeichen (Hyangbae), Gürtel und Flügelkappe (Samo).
Hochzeitskleidung
Bei einer traditionellen koreanischen Hochzeit (Jeontong Honrye) trug die Braut einen Hwarot oder einen Wonsam. Diese Zeremoniengewänder waren ursprünglich den Frauen am Königshof vorbehalten, am Hochzeitstag durften sie jedoch Bräute aller Stände tragen. Der Hwarot ist reich bestickt mit Blumen, Vögeln und anderen Motiven, die für ein langes Leben und Glück stehen. Dazu trug die Braut eine kleine Krone (Jokduri) oder einen prächtigen Kopfschmuck, und auf Wangen und Stirn wurden ihr rote Punkte gemalt. Der Bräutigam trug Gewand, Gürtel und Hut eines Hofbeamten, den sogenannten Samo Gwandae.
Heute heiraten die meisten Paare westlich und ziehen danach für den Pyebaek einen Hanbok an. Diese kleinere Zeremonie galt traditionell der Familie des Bräutigams, heute sind oft beide Familien dabei. Das Paar verneigt sich tief vor den Eltern, die ihm Jujuben (chinesische Datteln) und Esskastanien zuwerfen. Was das Paar mit dem Rock der Braut oder einem Tuch auffängt, steht für den Wunsch nach vielen Kindern. Auch die Mütter tragen oft Hanbok, traditionell die Mutter des Bräutigams in kühlen Tönen wie Blau und die Mutter der Braut in warmen Tönen wie Rosa.
Feste und Feiertage
Am häufigsten sieht man den Hanbok an den großen Familienfeiertagen und zu wichtigen Stationen im Leben eines Kindes:
- Seollal, das Mondneujahr, fällt meist in den Januar oder Februar. Neue Kleidung für das Fest heißt Seolbim; traditionell war damit ein neuer Hanbok gemeint, und viele Familien kleiden ihre Kinder noch heute so. Die Kinder verneigen sich zum Neujahrsgruß (Sebae) tief vor den Älteren.
- Chuseok, das Erntefest am 15. Tag des achten Mondmonats, bringt die Familien zu Ahnenriten und gemeinsamen Mahlzeiten zusammen. Manche Familien tragen an diesem Tag Hanbok.
- Der erste Geburtstag eines Kindes (Dol) wird groß gefeiert. Das Kind trägt meist einen bunten Hanbok, oft mit Saekdong-Ärmeln und einer traditionellen Kappe. Beim Doljabi greift es nach einem Gegenstand auf einem Tisch, der augenzwinkernd als Hinweis auf seine Zukunft gedeutet wird.
Traditionelle Kleidung heute
Im Alltag tragen die Menschen in Südkorea westliche Kleidung. Etwa seit den 1990er-Jahren entwerfen Designerinnen und Designer aber auch moderne Hanboks, manchmal Saenghwal-Hanbok („Alltags-Hanbok“) genannt, mit schlichteren Schnitten, kürzeren Röcken und pflegeleichten Stoffen.
Außerdem gehört der Hanbok für viele zum Besuch historischer Orte dazu. Verleihgeschäfte rund um den Gyeongbokgung und andere Paläste in Seoul vermieten Hanboks stundenweise, und wer im Hanbok kommt, hatte in den Königspalästen bislang freien Eintritt. Viele Leih-Hanboks haben kräftige Farben, glänzende Stoffe oder moderne Details, die von der historischen Kleidung abweichen.





