Traditionelle Frauenkleidung
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- Huipil: eine ärmellose Tunika aus Baumwolle oder Wolle, gewebt auf dem Rückengurtwebstuhl. Sie wird von indigenen Frauen in Oaxaca, Chiapas, Yucatán und Guerrero getragen. Muster und Farben zeigen die Herkunftsgemeinschaft der Trägerin an.
- Rebozo: ein langes, gewebtes Schultertuch mit geknüpften Fransen (Rapacejo) aus Baumwolle, Wolle oder Seide. Es wird über Kopf und Schultern gelegt, wärmt und dient zum Tragen von Kindern und Lasten.
- China Poblana: die mit der Stadt Puebla verbundene Nationaltracht, bestehend aus einer fein bestickten weißen Bluse, einem grün-roten Paillettenrock mit mexikanischen Wappenmotiven und einem Rebozo.
- Tehuana-Tracht: die festliche Tracht der Zapotekinnen auf dem Isthmus von Tehuantepec (Oaxaca) aus Samt-Huipil mit großen Blumenstickereien, weitem Rock mit weißem Spitzenvolant und Goldschmuck – bekannt geworden auch durch die Malerin Frida Kahlo.
- Hipil und Terno: Maya-Frauen in Yucatán tragen den weißen Baumwoll-Hipil mit Kreuzstich-Blumenstickerei am Halsausschnitt; die dreiteilige Festtagstracht heißt Terno.
Traditionelle Männerkleidung
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- Sarape: ein gewebtes Wolltuch, das über der Schulter getragen oder als Überwurf genutzt wird. Die bekanntesten Sarapes stammen aus Saltillo und zeichnen sich durch feine Streifen und ein großes zentrales Rautenmedaillon aus. Mehr dazu auf unserer Sarape-Seite.
- Traje de Charro: der Anzug der mexikanischen Reiter (Charros): eine eng geschnittene Hose mit Silberknöpfen (Botonadura) an den Seiten, kurze Jacke, Seidenschleife (Moño) und breitkrempiger Filzsombrero.
- Guayabera: ein leichtes Leinen- oder Baumwollhemd mit vertikalen Biesenfalten und vier Taschen, das in Yucatán und den Küstenregionen von Männern im Alltag und zu festlichen Anlässen über der Hose getragen wird.
- Indigene Männertracht: In indigenen Dorfgemeinschaften tragen Männer oft weiße Baumwollhemden und weite Hosen (Calzón de manta), geflochtene Palmhüte, Ledersandalen (Huaraches) und gewebte Schärpen (Fajas).
Regionale Vielfalt
- Isthmus von Tehuantepec (Oaxaca): Zapotekische Frauen tragen die Tracht der Tehuanas: einen kurzen, oft samtenen Huipil mit großen Blumenstickereien und einen langen Rock mit weißem Volant, zu Festen auch Goldschmuck. Die Malerin Frida Kahlo trug diese Tracht häufig.
- Yucatán: Maya-Frauen tragen den Hipil, ein weißes Baumwollkleid mit Blumenstickerei an Ausschnitt und Saum; die festliche Variante heißt Terno. Viele Männer tragen die Guayabera, ein leichtes Hemd mit Biesen und Taschen.
- Chiapas: Die Maya-Gemeinden im Hochland sind für Kleidung bekannt, die sich von Dorf zu Dorf unterscheidet, von bestickten Blusen bis zu Wollröcken und Tuniken.
Hochzeitskleidung
Die meisten Paare in Mexiko heiraten heute in weißem Brautkleid und Anzug, doch viele Bräuche prägen die Zeremonie. Bei katholischen Hochzeiten legen die Trauzeugen und Paten (Padrinos) dem Paar oft einen Lazo um die Schultern, eine große Schlinge aus Rosenkranzperlen, Kordel oder Blumen, als Zeichen der Verbindung. Bei vielen Trauungen überreicht der Bräutigam der Braut außerdem dreizehn Münzen (Arras).
In Yucatán und anderen heißen Küstengegenden tragen Bräutigam und männliche Gäste oft eine weiße Guayabera, und manche Bräute wählen ein Kleid, das an den bestickten Hipil angelehnt ist. Manche Bräutigame heiraten im Charro-Anzug, und in vielen indigenen Gemeinden tragen Bräute die Festtracht ihres Ortes.
Feste und Tanz
- Unabhängigkeitstag (16. September, gefeiert ab dem Vorabend): Viele tragen China Poblana und Charro-Anzug oder Kleidung in den Nationalfarben.
- Guelaguetza in Oaxaca-Stadt im Juli: Gruppen aus den Regionen Oaxacas tanzen in ihrer jeweiligen Tracht.
- Folklore-Tanz (Baile folklórico): Bühnenkostüme nach dem Vorbild regionaler Trachten, etwa die weiten, mit Bändern besetzten Röcke aus Jalisco, die zum Jarabe tapatío gemeinsam mit dem Charro-Anzug zu sehen sind. Das 1952 von Amalia Hernández gegründete Ballet Folklórico de México hat diese Kostüme weithin bekannt gemacht.
Traditionelle Kleidung heute
In Teilen von Oaxaca, Chiapas, Yucatán, Guerrero und anderen Bundesstaaten tragen viele indigene Frauen den Huipil und andere Kleidung ihrer Gemeinde noch täglich. Anderswo ist traditionelle Kleidung Festen, Tänzen und Familienfeiern vorbehalten, bestickte Blusen und Kleider sind aber auch in der Alltagsmode beliebt.
In den letzten Jahren haben indigene Gemeinschaften und die mexikanische Regierung internationale Modemarken kritisiert, die indigene Muster ohne Nennung der Herkunft oder Erlaubnis übernommen haben. Ein 2022 verabschiedetes Bundesgesetz soll das kulturelle Erbe indigener und afromexikanischer Gemeinschaften schützen, einschließlich ihrer Textilmuster.





